BUGA 2015 – Eine Kritik an der Kommunikation im Social Web

In diesem Jahr ist die Bundesgartenschau (BUGA) in der Havelregion zu Gast. Ja, sie war, also so gut wie. Denn die BUGA wurde im April 2015 eröffnet und endet im Oktober, was jetzt ja aktuell auch nur noch einen Monat hin ist.

Wie viel hat man davon eigentlich mitbekommen?

Ich selbst kenne die Havelregion, da ein Großteil meiner Familie von dort stammt. Havelberg, Rathenow, Premnitz sind somit für mich keine Unbekannten. Dort existiert eine sehr schöne Landschaft, die mit viel Arbeit und Mühe, nach dem Hochwasser 2013 und vor der Eröffnung der BUGA 2015, hergerichtet wurde.

Die BUGA findet in den Bundesländern Sachsen-Anhalt und Brandenburg statt.

Die BUGA ist auf fünf Standorte aufgeteilt:

  • Brandenburg an der Havel
  • Premnitz
  • Rathenow
  • Amt Rhinow/ Ströllin
  • Hansestadt Havelberg
Bundesgartenschau 2015
Überblick BUGA 2015
Quelle: Webseite Bundesgartenschau

Ich selbst war im Juni, an einem Nachmittag, in Havelberg unterwegs und habe mir die aktuellen Ausstellungen angesehen.

HAVELBERG BUGA
Orchideen-Ausstellung in der St. Laurentius
Quelle: eigenes Bild
Blick vom Havelberger Dom
Quelle: eigenes Bild
BUGA 2015 Havelregion
Kräutergarten am Havelberger Dom
Quelle: eigenes Bild

Schön, oder?

Doch wenn man nicht gerade in der Region wohnt, eine Verbindung dazu hat, oder Medienberichte im rbb, mdr oder den Tageszeitungen verfolgt, wie könnte man von den Veranstaltungen und Ausstellungen heutzutage am Besten erfahren?

Genau, durch das Social Web.

Die Veranstalter legen die Hauptzielgruppe in der Altersklasse 50+ fest. Jetzt aber zu behaupten, die Zielgruppe 50+ ist im Social Web nicht anzutreffen und auf Facebook und Co., wäre hier falsch. Denn schon 18% der deutschen Facebook-Nutzer sind Älter als 45 Jahre (Statista 2015).

Zudem wären Nebenzielgruppen, wie Familien mit Kindern oder auch „alle naturliebenden Menschen jeden Alters“ eine Bereicherung für die Ausstellungen der BUGA.

Die Online-Kommunikation

Schauen wir uns doch einmal die „üblichen verdächtigen“ Kommunikationskanäle an:

Facebook:

Die offizielle Facebook-Seite wurde im August 2011 erstellt. Die Seite hat nach vier Jahren Vorbereitung und fünf Monaten BUGA nur 4.200 „Gefällt-mir“ Angaben.

Auf der Seite wurden Links und Informationen zu den Vorbereitungen und ersten Attraktionen, wie der BUGA Lok und der Entstehung des Slogans berichtet und verlinkt, schon einmal gut. Doch einige dieser Inhalte führen heute nur noch zur Startseite der aktuellen Webseite, keine Informationen mehr, keine Bilder.

Aktuell werden alle 3-5 Tage Bilder, Artikel und Veranstaltungen gepostet, die nur noch mehr oder weniger von Facebook-Usern kommentiert, geteilt und geliked werden.

BUGA 2015

YouTube:

Der YouTube-Kanal der BUGA 2015 wurde im November 2013 erstellt. Er hat mit Stand September 2015, 56 Abonnenten. Auf dem Kanal sind bis heute 11 Videos hochgeladen worden. Das erste Video vor einem Jahr, das letzte Video vor neun Monaten. Alle Videos haben nur eine Länge von circa drei Minuten und handeln von den Vorbereitungen und ersten Nachrichtenspots. Die BUGA ist seit fünf Monaten geöffnet, es gibt somit keine aktuellen Videos der Veranstaltung.

Keine Aktivität, keine Attraktivität und keine Möglichkeit für Interessierte sich aktuell zu informieren.

Kommunikationsmaßnahmen BUGA

Instagram:

Es existiert kein offizieller BUGA-Account. Besucher der BUGA posten unter den Hashtags #buga2015 und #buga2015havelregion mit Stand September 2015 ca. 1.100 Bilder.

Twitter:

Es existiert kein offizieller BUGA-Account. Wenn ein Twitter-Nutzer Hashtags, wie #BUGA #BUGA2015 eingibt, findet er ein paar Tweets von Besuchern, Tageszeitungen und Radiosendern.

Wie sieht es mit der offiziellen Webseite aus?

Die Webseite bietet auf dem ersten Blick viele Informationen zu aktuellen Veranstaltungen. Sie ist teilweise mit Bildern, Texten und Symbolen schon sehr vollgepackt und wirkt gerade im oberen Bereich sehr unruhig und unübersichtlich.

Die Facebook-Seite als einer der „aktiven“ Kommunikationskanäle, wird nur mit einem kleinen Facebook-Icon verlinkt.

Auf der Startseite taucht sogar ab und zu ein „Maskottchen“ auf (zu sehen im Bild rechts). Laut Impressum handelt es sich hierbei um „Wilma Wels“. Wilma wird auf der Seite allerdings nirgends vorgestellt oder in der Kommunikation aktiv genutzt.

Havelregion

Deutschland entdecken

Die Bundesgartenschau ist eine der deutschen „Wanderausstellungen“ die alle zwei Jahre in verschiedenen Regionen residiert. Es wird viel in Denkmalschutz und in die Landschaftsentwicklung investiert, um die Region von ihrer besten Seite zu zeigen und neue Besucher anzulocken. Es wird viel Geld für den Aufbau und die Betreibung bezahlt, doch wie wird das genutzt?

In einem Weihnachtsgruß (Rückblick & Ausblick) wurden im Jahr 2013 folgende Werbemaßnahmen für die BUGA 2015 erwähnt: Imageflyer, Aufkleber, Guide für Bustouristik, Werbepostkarten, Plakate, Pressemitteilungen, BUGA-Pressefrühstück, BUGA-Zeitung BUGABOTE, Web-Shop mit Werbeartikeln. Ebenso sollten weitere Marketingaktivitäten auf der Ebene der Kommunen und Länder geplant und umgesetzt werden, wie zum Beispiel Baustellenführungen, Promotionstouren, Kooperationen sowie die Vorstellung auf der ITB, sogar Wilma sollte eingebunden werden. Außerdem wird eine BUGA-App programmiert.

Doch wo ist der Bereich der Online-Vermarktung?

Warum wurde hier keine sichtbare Online-Strategie umgesetzt. Aktionen für Fans und Wettbewerbe, wie zum Beispiel „Dein BUGA-Moment“ oder „Dein schönstes Bild“, „Deine Lieblingsausstellung“ oder ähnliches, die dazu führen, dass das Thema weiter bekannt gemacht wird? Es gab viele interessante Ausstellungen und Veranstaltungen, die eine Vielzahl von Anlässen dazugegeben hätten.

War für eine Online-Strategie einfach kein Geld mehr da oder wurde das gar nicht mit eingeplant? Laut Webseite der Bundesgartenschau wurden „ca. 40,0 Mio. Euro (nachhaltige Investitionen der Kommunen bzw. des Amtes) und für die Durchführung ca. 28,3 Mio. Euro (davon ca. 8 Mio. Euro gärtnerisch-technische Durchführung)“ bereitgestellt.

Die Besucherzahlen

Die Prognose 1,5 Millionen Menschen zur Bundesgartenschau in die Havelregion zu locken, waren, wie die „MAZ“ in ihrem Artikel „BUGA-Zahlen immer schlechter“ schreibt „seriös, aber ambitioniert“.

Denn bis Mitte August wurden nur 800.000 Gäste gezählt. Wo sollen also nun noch 700.000 Gäste, fast die Hälfte der Schätzung, im Monat September und Oktober, wo nicht mehr viele Blumen blühen, oder niemand mehr die Veranstaltung im Kopf hat, herkommen?

Begründet werden die Differenzen zwischen Schätzungen und aktuellen Zahlen mit der Lage der „dezentralen“ BUGA-Standorte und „nicht vorhersehbaren Einflüssen, wie zwei Stürme, extreme Hitze und Streiks im Bahn- und Nahverkehr“.

Laut Morgenpost (vom 09.09.2015) gibt es in der nächsten Woche ein Pressegespräch, schauen wir, wie hier argumentiert wird.

Fazit

Diese Kurzanalyse zeigt die Ansicht von Social Media Nutzern. Mit einer guten Werbekampagne im Social Web, wäre es möglich gewesen, mehr Aufmerksamkeit zu generieren und weitere Veranstaltungsziele zu erreichen.

Im Jahr 2017 findet die IGA in Berlin statt: #IGA2017 #IGA2017Berlin und im Jahr 2019 findet die BUGA in Heilbronn statt: #BUGA2019 #BUGA2019Heilbronn
Vielleicht können wir dann in der Online-Kommunikation und unter den Hashtags mehr erwarten.

Die Verantwortlichen der BUGA sollten aus den Schätzungen und tatsächlichen Zahlen lernen und vor allem alle Marketing- & Kommunikationsmöglichkeiten ausschöpfen, denn hier gibt es einen Menge Potenzial.

Weiter lesen im Artikel: Update: BUGA 2015 in der Havelregion

Share This Story!

About Author

You may also like

No Comment

You can post first response comment.

Leave A Comment

Please enter your name. Please enter an valid email address. Please enter a message.